1961 - 1974: Ost - Hinter dem Eisernen Vorhang

: Politik

Die Grenze ist dicht. Mauer, Stacheldraht und Selbstschussanlagen stoppen die Flucht der DDR-Bürger in den Westen. Wer es dennoch wagt, riskiert sein Leben. Doch das hindert die SED nicht daran, bei jeder Gelegenheit die Errungenschaften des Sozialismus zu preisen. Zwar werden die Lebensbedingungen besser, doch die Zustimmung der Bevölkerung gewinnt sie damit nicht (zurück).

: Wirtschaft

Mit dem „Neuen System der Planung und Leitung“ (NÖS) gelingt es der DDR tatsächlich, die Wirtschaft zu beleben. In den Jahren 1961 bis 1963 steigt die Investitionsquote deutlich an, die Förderung der Schwerindustrie wird zugunsten der Investitionsgüterindustrie abgebaut, Chemie- und Elektroindustrie sowie der Maschinenbau werden gestützt. Die Rationalisierung wird vorangetrieben, doch die Produktionskosten sind im Vergleich zu anderen Ländern immer noch recht hoch. Und die Entwicklung der Konsumwirtschaft bleibt hinter den Erwartungen der Bevölkerung zurück.

: Soziale Lage

Nach dem Mauerbau bleibt den Menschen in der DDR nur, sich mit den Verhältnissen zu arrangieren. Sie leisten ihre Arbeit, beteiligen sich an sozialistischen Wettbewerben und bekunden auf Anordnung dem SED-Staat ihre Loyalität. Und sie schaffen sich ihre privaten „Nischen“, in die sich zurückziehen können.

Gewerkschaften

Der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund : Die Schule des Sozialismus

Was immer die SED-Staatsführung verlangt, der FDGB führt es aus: Er bejubelt den Aufbau des Sozialismus und setzt alles daran, die Produktivität der DDR-Wirtschaft zu steigern. Er ist mitverantwortlich für die „moralische“ Erziehung der Werktätigen und gibt sich dafür her, die Jugend „wehrpolitisch zu ertüchtigen“.